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Der Unterschied zwischen Keramik, Steingut & Porzellan

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Keramik, der Überbegriff

Starten wir mit Keramik, schließlich gehört die Herstellung dieses Materials zu einer der ältesten Kulturtechniken der Menschheit. Das deutet schon der Name an: Keramik stammt von dem altgriechischen Wort "Keramos" für Ton bzw. für Erzeugnisse, die durch das Brennen von Ton hergestellt wurden.

Das erklärt uns auch schon, woraus Keramik besteht, aus Ton. Ton war einmal festes Gestein, das durch Witterung oder großen Druck und Erdbewegungen porös geworden ist. Ton lässt sich heute in unterschiedlicher Farbe und Beschaffenheit finden, je nach geografischer Lage der Tongrube. Allen Tonarten gemein ist, dass sie aus feinkörnigen, pulverartigen und wasserhaltigen Mineralien bestehen.

Durch die Verbindung mit Wasser lässt sich Ton hervorragend formen, was Menschen schon vor etwa 30.000 Jahren herausfanden. Wurden zuerst primär Gegenstände für rituelle Zeremonien getöpfert, änderte sich dies als die Menschen in der Jungsteinzeit sesshaft wurden. Sie begannen Gefäße zur Vorratshaltung herzustellen und mit diesen auch Handel zu treiben. Einige Tausend Jahre später lösten gebrannte Ziegel schließlich zunehmend Ziegel aus luftgetrocknetem Lehm ab.

Im Laufe der Zeit verbesserten sich die Methoden zur Formgebung, die Brennverfahren und Glasurtechniken zunehmend. Dabei spielt auch die Auswahl des Ausgangsrohstoffes eine immer zentralere Rolle.

Die genaue Auswahl des Rohstoffs für das Keramikobjekt bringt uns auch zu unseren nächsten Fachbegriffen. Denn Keramik ist ein Überbegriff für alle Produkte, die aus gebranntem Ton bestehen. Je nachdem, welche Tonart vorliegt, bezeichnet man das Endprodukt als z.B. Porzellan oder Steingut.

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Porzellan, die Rarität in Weiß

Das Besondere an dem Rohstoff, der zur Porzellanherstellung verwendet wird, ist das Kaolin. Kaolin wird auch "Porzellanerde“ genannt und ist ein sehr feines, weißes Gestein ohne Eisenanteil. Dadurch behält das Porzellan auch nach dem Brennen seine weiße Farbe. Weitere Bestandteile von Porzellan sind Feldspat und Quarz. Mittlerweile gibt es zahlreiche verschiedene Arten der Porzellanherstellung und Bearbeitung.

Das sog. "weiße Gold" hat seinen Ursprung im 7. Jahrhundert in China. Doch erst 700 Jahre später brachte Marco Polo die ersten Gegenstände aus Porzellan von seinen Reisen mit nach Europa. Dort wurde es später vom Adel als besonderes Luxusgut gehandelt.

1707 gelang es in Meißen, die chemische Zusammensetzung von Porzellan zu entschlüsseln und in Deutschland erste Gefäße aus diesem Material herzustellen. Die - noch heute weltbekannte - Meißener Porzellanmanufaktur nahm drei Jahre später ihren Betrieb auf.

Mit der Entschlüsselung der Porzellanrezeptur kam es zu einem regelrechten Boom und immer mehr Adelshäuser und Städte gründeten Porzellanmanufakturen wie z.B. in Nymphenburg oder die"Königlich Preußische Porzellan-Manufaktur" (KPM) in Berlin. In der Jahrhundertwende vom 18. bis 19.Jahrhundert mussten viele Manufakturen ihren Betrieb wieder einstellen.

Erst als 50 Jahre später Kaolinvorkommen in Nordbayern, Oberfranken, der Oberpfalz und Thüringen gefunden wurden, kam es zu zahlreichen Neugründungen wie z.B. der Werke Tirschenreuth oder Edelstein Bavaria. Im bayrischen Fichtelgebirge entstand ein regelrechtes neues Zentrum der Porzellindustrie um die Stadt Selb herum. Namen wie Hutschenreuther, Rosenthal und Villeroy und Boch machten die Region bekannt. Genau diese Hersteller sind es auch, welche die Herzen von Interiordesign-Fans noch heute höher schlagen lassen. Daher sind wir stets auf der Suche nach neuen "alten" Porzellanvasen für euch, unsere aktuelle Auswahl an Vintage Porzellan Objekten findet ihr hier.

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Grobes Steingut, der aktuelle Trend

Von der Zusammensetzung und der Brenntemperatur ähnelt Steingut sehr der Tonware. Genau wie Tonware ist Steingut poröser als Porzellan, wird bei relativ neidrigen Temperaturen gebrannt und ist nicht wasserdicht. Der Unterschied zwischen Steingut und Tonware ist die Weiterverarbeitung. Bei nur 100°C wird auf das Steingut eine dünne Glasurschicht aufgeschmolzen. In Folge dieser niedrigen Glasurbrenntemperatur entstehen die für Steingut typische Haarrisse in der Glasur – der sogenannte Krakelee-Effekt. Die Glasur führt auch zu einer weitestegehenden Wasserundurchlässigkeit.

Besonders dickes, grobes Steingut mit Farbverläufen bzw. gewollt unperfekten Glasuren erfreut sich aktuell großer Beliebtheit. Speziell skandinavische Hersteller wie Bloomingville sind bekannt für dieses Geschirr. Unsere Auswahl an einzigartiger Steingut-Keramik findest Du hier.

Quellen:

https://www.planet-wissen.de/technik/werkstoffe/keramik/index.html

https://www.planet-wissen.de/technik/werkstoffe/porzellan/index.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Porzellan

https://www.printplanet.de/wissenswertes/rund-um-produkte/tassen/was-ist-der-unterschied-zwischen-keramik-und-porzellan

https://www.chemie.de/lexikon/Keramik.html

https://www.houzz.de/magazin/ist-das-tonware-steinzeug-oder-porzellan-keramik-im-kurzportraet-stsetivw-vs~44796412